The sad dead plants of Higashi-Ogu


Tokyo, 2016
47 photographs and a fictitious story


Photographs / exhibition display: 47 pigment prints, object frame
33 x 50 cm
Edition: 5 +1AP

Left to right: “Untitled (Ramen)”, “Untitled (Yellow)”, “Untitled (Sachertorte)”






I imagine the person who bought the plants as a woman. I imagine her to be slightly older than me, with blond-brown, short hair. In my mind, she is very thin. I imagine her to arrive in Tokyo very excited. The first days she is jet-lagged. Then she tries to fall in love with the city like a thirteen-year-old teenager tries to fall in love for the first time: with high expectations and no back-up plan for rejection.














The sad, dead plants of Higashi-Ogu
Die Serie zeigt 47 Fotografien von Topfpflanzen in unterschiedlichen Stadien des Verfalls. Alle Pflanzen sind aus der gleichen Perspektive und im gleichen Abstand zur Kamera aufgenommen. Sie befinden sich vor einem weißen Hintergrund. Meistens sind sie vollständig abgebildet, nur besonders große Exemplare ragen über den Bildrand hinaus.
Die Serie wird mit einem Text präsentiert. Darin erzählt Prammer eine fiktive Geschichte über die mögliche Person hinter den Pflanzen.

Der Text gibt Einblick in die Entstehung der Serie. Prammer fand die Pflanzen eines/einer Vorgängers/Vorgängerin in dem Haus ihrer artist residency in Tokio vor. Alle Flächen im Freien – vom Boden bis zum Außengerät der Klimaanlage – waren vollgestellt mit Pflanzen.
Prammer, deren Schwerpunkt im Porträt-Bereich liegt, sieht die Pflanzen stellvertretend für das Gefühl von Entfremdung und Einsamkeit. Diese Gefühle werden durch die schiere Menge an toten, zurückgelassenen Pflanzen heraufbeschworen. Prammer assoziiert mit den Pflanzen eine Person, die sich in der fremden Umgebung nicht recht eingefunden und dadurch viel Zeit und Zuneigung in die Pflanzen gesteckt hat.
Die Fotografie „Ohne Titel (Goldener Topf)“ fasst die Thematik der Serie treffend zusammen. Die Abbildung zeigt einen ausgedörrten Pflanzenkörper, der mit einer Schleife an eine Stütze gebunden ist. Die Befestigung hält noch; die Pflanze ist bereits tot.

Prammer sieht skulpturale Anmut in den toten Pflanzen. Die Schönheit der Pflanzen ist für sie keine aufdringliche Schönheit, sondern entwickelt sich erst durch das genaue Betrachten der einzelnen Pflanzen. Auch die Schönheit, die in Einsamkeit liegt, ist nicht auf den ersten Blick offensichtlich. Sie wird nur von Wenigen und oft erst durch Distanz geschätzt.
„Ohne Titel (Goldener Topf)“ / Untitled (Golden Pot)






Exhibition view

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